„Die Erinnerung (das englische Wort „memory“ bedeutet auf Deutsch sowohl „Erinnerung“ als auch „Speicher“) wacht über alle Dinge und behütet sie.” - Marcus Tullius Cicero

Wenn Sie mit der Übersetzungsbranche nicht vertraut sind, verwechseln Sie höchstwahrscheinlich Übersetzungsspeicher und Glossare miteinander. Im Gegensatz dazu verstehen diejenigen Personen, die mit dieser Branche vertraut sind, wie einem der Einsatz dieser Funktionen enorm dabei hilft, die Effizienz zu erhöhen, Zeit zu sparen und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Daher ist es förderlich zu erklären, was einen Übersetzungsspeicher von einem Übersetzungsglossar unterscheidet.

Was ist ein Übersetzungsspeicher?

Ein Übersetzungsspeicher (Translation Memory) ™ ist eine Datenbank, welche „Segmente“ speichert, wobei es sich um Sätze, Abschnitte oder satzähnliche Einheiten (wie etwa Überschriften, Stichworte, Titel oder Elemente einer Auflistung) handeln kann, die bereits übersetzt wurden. Das ist ein hilfreiches Tool für menschliche Übersetzerinnen und Übersetzer, das den Quelltext und die entsprechende Übersetzung hierzu in Sprachpaaren, die  „Übersetzungseinheiten“ genannt werden, abspeichert. Softwareprogramme, die Übersetzungsspeicher einsetzen, werden manchmal als Translation Memory Managers (TMM) oder Translation Memory Systems bezeichnet. Recherchen zeigen, dass die meisten Übersetzungsfirmen Translation Memory Systems verwenden. Bei einer Befragung professioneller Sprachdienstleister wurde der Einsatz eines Übersetzungsspeichers mit 82,5 % von 874 Antworten bestätigt.

Was ist ein Übersetzungsglossar?

Während ein Übersetzungsspeicher Textsegmente speichert, verzeichnet ein Glossar die spezifische Terminologie, die sich in einem übersetzten Dokument wiederfindet. In hochspezialisierten Bereichen wie etwa in der juristischen oder der Medizingerätebranche hilft ein Glossar dabei, den Inhalt einheitlich und konstant zu gestalten.

Die Übersetzungen aus der Quell- und Zielsprache und die entsprechenden Definitionen werden dabei in einem Glossar zusammen mit dem Kontext, in welchem diese zu verwenden sind, bereitgestellt. Ein Glossar wird zusammen von einem Sprachdienstleister und dem Kunden erarbeitet und enthält Wörter, die eventuell mehr als eine Bedeutung haben, aber im gesamten Projekt konstant zu verwenden sind. Zusätzlich zur Fachterminologie kann ein Glossar auch Namen, Handelsmarkenbegriffe und Akronyme enthalten.

Der Kernpunkt hierbei ist: Ein Übersetzungsspeicher speichert Textsegmente, um zu vermeiden, dass man wiederholt das Gleiche übersetzen muss, während ein Glossar einzelne Begriffe speichert.

Wie funktioniert das?

TMs stellen hochentwickelte Systeme dar und können wie folgt erklärt werden: Man öffnet die Quelldatei und aktiviert den Übersetzungsspeicher, so dass alle „100-prozentigen Entsprechungen“ (sogenannte „identical matches“) und alle sogenannten „fuzzy matches“ (Ähnlichkeiten, die jedoch keine identischen Entsprechungen darstellen) innerhalb des Texts sofort extrahiert und in der Zieldatei angezeigt werden.

Während der Arbeit an der Ausgangsdatei können die „Entsprechungen”, welche der Übersetzungsspeicher vorschlägt, entweder angenommen oder mit neuen Alternativen überschrieben werden. Wenn eine Übersetzungseinheit manuell aktualisiert wurde, wird sie vom TM ebenfalls zum künftigen Gebrauch und zur Wiederholung im aktuellen Text gespeichert. In ähnlicher Weise werden alle Segmente in der Zieldatei, für welche keine derartigen Entsprechungen vorliegen, manuell übersetzt und dann automatisch zum Übersetzungsspeicher hinzugefügt.

Hauptnutzen

Translation Memory Manager sind vor allem für die Übersetzung technischer Dokumentationen und von Dokumenten, welche Fachvokabular enthalten, geeignet. Der Nutzen umfasst unter anderem Folgendes:

  • So kann sichergestellt werden, dass das Dokument vollständig übersetzt wird (Übersetzungsspeicher akzeptieren keine leeren Zielsegmente).

  • Ebenso wird dafür Sorge getragen, dass die übersetzten Dokumente konsistent sind und einheitliche Definitionen, Formulierungen und Terminologien aufweisen. Das ist wichtig, wenn mehrere Übersetzer zusammen an einem einzelnen Projekt arbeiten.

  • Übersetzer können so Dokumente in einer Vielzahl von Formaten übersetzen, ohne dass sich die Software, die üblicherweise erforderlich ist, um diese Formate verarbeiten zu können, in ihrem Eigentum befinden muss.

  • Der gesamte Übersetzungsprozess wird beschleunigt, da Übersetzungsspeicher sich gleichsam an vorab bereits übersetztes Material „erinnern“ und Übersetzer dieses somit nur einmal übersetzen müssen.

  • Die Kosten für langfristige Übersetzungsprojekte werden reduziert, zumal beispielsweise der Text von Benutzerhandbüchern, Warnhinweisen oder Dokumentenserien nur einmal übersetzt werden muss und wiederholt verwendet werden kann.  

  • Bei langen Dokumentationsprojekten kann der Nutzen aufgrund der Einsparungen (in Sachen Zeit oder Geld) dank der Verwendung eines TM-Pakets bereits bei der ersten Übersetzung eines neuen Projekts offensichtlich werden. Aber normalerweise wird er erst offenkundig, wenn Folgeversionen eines Projekts übersetzt werden, das zuvor schon unter Einsatz von TM übersetzt wurde.

Ohne Verwendung eines Übersetzungsspeichers, der diese Inhalte, welche sich wiederholen, zur künftigen Wiederverwendung erfasst, müssen die gleichen Redewendungen wiederholt lokalisiert werden. Dies verlangsamt die Bearbeitung des Projekts und kann ebenfalls die Qualität Ihrer Arbeit reduzieren und so möglicherweise zu Unzufriedenheit bei den Kunden führen.

Polilingua verwendet sowohl Übersetzungsspeicher als auch Glossare, um den Kunden diesen Mehrwert zu ermöglichen. Hier können Sie mehr über die Dienstleistungen und Möglichkeiten von Polilingua erfahren.

übersetzt von:    Cornelia Maier

www.translator-cornelia-maier.de