Seit der Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes gilt in Deutschland eine verkürzte Wartezeit von fünf Jahren, und Mehrstaatigkeit ist erlaubt. Was in den meisten Ratgebern jedoch untergeht: Fast jeder ausländische Nachweis, den die Einbürgerungsbehörde verlangt, muss von einem in Deutschland beglaubigt übersetzt vorliegen, bevor der Antrag überhaupt bearbeitet wird. Fehlt ein Dokument oder stimmt die Übersetzung nicht mit der Apostille überein, wird die Akte zurückgeschickt und die Bearbeitungszeit von ohnehin oft mehreren Monaten verlängert sich weiter.
Für Antragsteller aus Drittstaaten kommt seit 2024 noch ein weiterer Punkt hinzu: Wer die neue Regelung zur Mehrstaatigkeit nutzen möchte, muss häufig zusätzliche Herkunftsnachweise vorlegen, um zu belegen, dass die bisherige Staatsangehörigkeit tatsächlich fortbesteht. Auch diese Nachweise verlangen in aller Regel eine beglaubigte Übersetzung ins Deutsche, bevor die Ausländerbehörde sie akzeptiert.
Welche Dokumente eine beglaubigte Übersetzung brauchen
Geburtsurkunde
Die Übersetzung der Geburtsurkunde ist die Basis jedes Einbürgerungsantrags. Namen, Geburtsort und Elterndaten müssen exakt mit dem Reisepass übereinstimmen – schon kleine Abweichungen in der Transliteration führen zu Rückfragen.
Straffreiheitszeugnis aus dem Herkunftsland
Zusätzlich zum deutschen Führungszeugnis verlangen viele Ausländerbehörden ein Führungszeugnis aus jedem Land, in dem die Person seit dem 14. Lebensjahr gelebt hat. Diese Dokumente sind meist nur wenige Monate gültig, was die Übersetzung zeitkritisch macht.
Heirats und Familienurkunden
Bei gemeinsamer Einbürgerung mit Ehepartner oder Kindern ist eine beglaubigte Übersetzung Heiratsurkunde sowie gegebenenfalls der Scheidungsurkunde vorzulegen, um den Familienstand eindeutig nachzuweisen.
Bildungs und Ausbildungsnachweise
Diplome und Abschlusszeugnisse werden zwar nicht immer zwingend gefordert, verkürzen aber häufig die Prüfung der wirtschaftlichen Integration. Die akademisch beglaubigte Übersetzung wird hierfür von den Behörden anerkannt.
Erst Apostille, dann Übersetzung
Ein häufiger Fehler ist, die Reihenfolge zu vertauschen. Ausländische Urkunden müssen zunächst im Herkunftsland mit einer Apostille oder Legalisation versehen werden, bevor die beglaubigte Übersetzung angefertigt wird – der Übersetzer muss die Apostille selbst mitübersetzen und im Vermerk referenzieren. Wird zuerst übersetzt und danach legalisiert, verlangt die Behörde in der Regel eine neue Übersetzung.
Was sich 2026 geändert hat
Nach dem reformierten Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) gilt: fünf Jahre rechtmäßiger Aufenthalt statt acht, Mehrstaatigkeit ist zulässig, und Sprachniveau B1 sowie der Einbürgerungstest (17 von 33 Fragen richtig) bleiben Pflicht. Wichtig für die Dokumentenlage: Wer nun auch die alte Staatsangehörigkeit behalten darf, muss oft zusätzliche Nachweise zur bisherigen Staatsbürgerschaft vorlegen ebenfalls in beglaubigter Übersetzung. Details zu den aktuellen Voraussetzungen liefert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
Kosten und Bearbeitungszeit 2026
| Dokument | Umfang | Richtpreis PoliLingua |
|---|---|---|
| Geburtsurkunde | bis 3 Seiten | 160 € |
| Führungszeugnis | bis 3 Seiten | 160 € |
| Heiratsurkunde | bis 3 Seiten | 160 € |
| Diplom / Abschlusszeugnis | bis 3 Seiten | 160 € |
| Umfangreiche Akte (3+ Seiten je Dokument) | individuell | gesondertes Angebot auf Anfrage |
Die Standardlieferzeit liegt bei 2–3 Werktagen, ein Express-Service innerhalb von 24 Stunden ist gegen Aufpreis möglich. Bei größeren Familienakten mit mehreren Antragstellern oder Dokumenten über 3 Seiten empfiehlt sich ein individuelles Angebot, da sich dadurch sowohl Preis als auch Liefertermin für die gesamte Akte verbindlich festlegen lassen.
So läuft die Übersetzung in der Praxis ab
Der Ablauf ist bei den meisten Einbürgerungsakten gleich: Zuerst prüft ein beeidigter Übersetzer, ob Apostille oder Legalisation bereits vorliegen. Fehlt eine davon, wird der Antragsteller vor Beginn der Übersetzung darauf hingewiesen, damit keine doppelte Arbeit entsteht. Anschließend wird jedes Dokument Wort für Wort übersetzt, mit Stempel und Unterschrift des Übersetzers versehen und als beglaubigte Fassung ausgestellt, die bei der Ausländerbehörde ohne weitere Prüfung anerkannt wird. Bei mehreren Dokumenten lohnt es sich, alle gleichzeitig einzureichen, damit Namen und Schreibweisen über die gesamte Akte hinweg einheitlich bleiben.
Fehler, die den Antrag verzögern
- Übersetzung ohne Beeidigung: Nur von deutschen Gerichten beeidigte Übersetzer werden anerkannt – private Übersetzungen oder Übersetzungen aus dem Ausland werden zurückgewiesen.
- Fehlende Apostille: Ohne Legalisation des Originals ist auch eine korrekte Übersetzung wertlos.
- Abweichende Namensschreibung: Wenn die Übersetzung nicht exakt der Schreibweise im Reisepass folgt, verlangt die Behörde eine Korrektur.
- Veraltete Dokumente: Straffreiheitszeugnisse älter als sechs Monate werden häufig nicht mehr akzeptiert.
Sie bereiten Ihren Einbürgerungsantrag vor? Fordern Sie jetzt ein kostenloses Angebot an für die beglaubigte Übersetzung Ihrer Dokumente – Antwort in der Regel innerhalb von 15 Minuten.
Häufig gestellte Fragen
Muss die Übersetzung zwingend in Deutschland angefertigt werden?
Ja. Die meisten Ausländerbehörden akzeptieren nur Übersetzungen von in Deutschland gerichtlich beeidigten Übersetzern, auch wenn das Originaldokument aus dem Ausland stammt.
Wie lange ist eine beglaubigte Übersetzung gültig?
Die Übersetzung selbst verfällt nicht, aber manche Originaldokumente – etwa Führungszeugnisse – haben eine begrenzte Gültigkeit und müssen dann neu beschafft und übersetzt werden.
Reicht eine zertifizierte Übersetzung statt einer beglaubigten?
Für Einbürgerungsverfahren verlangen deutsche Behörden ausdrücklich die gerichtlich beglaubigte Übersetzung, nicht nur eine einfache Zertifizierung.
Was passiert, wenn die Ausländerbehörde eine Übersetzung ablehnt?
In diesem Fall muss meist nur die betroffene Passage korrigiert und erneut beglaubigt werden – ein guter Übersetzungsdienst leistet diese Korrektur ohne zusätzliche Kosten, wenn der Fehler auf seiner Seite lag.