Ein Zeugnis oder Diplom entscheidet oft allein darüber, ob eine Hochschule, ein Arbeitgeber oder eine Anerkennungsstelle den bisherigen Bildungsweg einer Person überhaupt ernst nimmt. Anders als bei einer Geburtsurkunde stecken in einem Zeugnis Notensysteme, Fachbezeichnungen und Begriffe, die sich nicht einfach eins zu eins übertragen lassen, und genau daran scheitern die meisten selbst gemachten oder informellen Übersetzungen. Eine sauber gemachte akademische Übersetzung zahlt sich deshalb von Anfang an aus, besonders wenn das Zeugnis zusätzlich für ein englischsprachiges Programm oder einen internationalen Arbeitgeber gebraucht wird.
Warum so viele akademische Übersetzungen abgelehnt werden
Anerkennungsstellen und Hochschulen prüfen nicht nur die Sprache, sondern ob sich das übersetzte Zeugnis überhaupt fair mit einem deutschen Abschluss vergleichen lässt. Eine Übersetzung, die einen ausländischen Abschluss klingen lässt wie ein bekannter deutscher Titel, eine Note eigenmächtig umrechnet oder ein Fach ohne direkte Entsprechung einfach wegLässt, macht diesen Vergleich unmöglich. Genau das wird erkannt, und die Akte geht zur korrekten Neuübersetzung zurück, statt mit einem Vermerk akzeptiert zu werden. Das kostet in der Praxis oft mehr Zeit als eine sorgfältige Übersetzung von Anfang an, da viele Anerkennungsverfahren ohnehin schon mehrere Monate dauern und eine zurückgewiesene Übersetzung den gesamten Vorgang zusätzlich verzögert.
Was Anabin und die ZAB wirklich verlangen
Die Kultusministerkonferenz, die hinter der Datenbank Anabin und der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) steht, verlangt eine wörtliche Übersetzung von Diplom und jeder Zeugnisseite, einschließlich der originalen Notenskala, der Punkte- oder Leistungswerte, der Fachbezeichnungen genau wie im Original und aller Siegel oder Unterschriften. Die Einstufung und Umrechnung der Note übernimmt die Anerkennungsstelle selbst, nicht der Übersetzer, weshalb eine Übersetzung, die Noten eigenständig umrechnet, in der Regel zurückgewiesen wird.
Hochschule, Anerkennungsstelle und Arbeitgeber erwarten Unterschiedliches
| Empfänger | Was von der Übersetzung erwartet wird |
|---|---|
| Immatrikulationsamt der Hochschule | Wörtliche Übersetzung, Notenskala im Übersetzervermerk erklärt, nicht umgerechnet. |
| Anerkennungsstelle (ZAB, Anabin und vergleichbar) | Wort-für-Wort-Übersetzung, jedes Fach, jeder Punktewert und jedes Siegel wie im Original. |
| Arbeitgeber oder Kammer | Beglaubigte Übersetzung, bei reglementierten Berufen zusätzlich ein separates Anerkennungsgutachten. |
| Einbürgerungs- oder Visumverfahren | Beglaubigte Übersetzung als Teil des allgemeinen Dokumentensatzes der Ausländerbehörde. |
Was eine korrekte akademische Übersetzung enthalten muss
Jede Note, jeder Leistungspunkt, jede Fachbezeichnung, jedes Siegel und jede Unterschrift des Originals erscheint in der Übersetzung exakt wie ausgestellt, ergänzt um einen Übersetzervermerk, der ein sonst unklares Notensystem erklärt. Das Layout sollte dem Original möglichst nahekommen, da Anerkennungsstellen die Übersetzung häufig Seite für Seite mit dem Original vergleichen. Auch Kursbezeichnungen, die im Deutschen ungewöhnlich klingen, etwa Wahlfächer oder kombinierte Studiengänge, werden wörtlich übernommen und bei Bedarf in einer Fußnote kurz erläutert, statt in einen scheinbar passenden deutschen Studiengang übersetzt zu werden.
Die häufigsten Fehler
Am häufigsten rechnet ein Übersetzer eine ausländische Note eigenständig in eine bekannte deutsche Notenskala um, was über die eigentliche Aufgabe hinausgeht und sofort auffällt. Ähnlich problematisch ist eine Übersetzung durch zweisprachiges Personal der ausstellenden Institution selbst, da Anerkennungsstellen eine unabhängige, beglaubigte Übersetzung verlangen und keine institutsinterne. Ein dritter Fehler ist eine unvollständige Übersetzung, bei der eine Zeugnisseite fehlt, weil sie wie ein reines Deckblatt aussieht, obwohl Anerkennungsstellen das vollständige Dokument Seite für Seite erwarten. Ein vierter, leicht übersehener Fehler ist eine uneinheitliche Schreibweise des Namens zwischen Diplom, Zeugnis und Reisepass, die bei der Prüfung automatisch auffällt, selbst wenn alle akademischen Angaben korrekt sind.
Bearbeitungszeit und was den Preis beeinflusst
Ein einzelnes Diplom ist kurz und stark standardisiert und gehört deshalb meist zu den schneller zu übersetzenden akademischen Dokumenten, während ein vollständiges mehrjähriges Zeugnis allein wegen seines Umfangs und der vielen Fächer, Noten und Siegel mehr Zeit benötigt. Die Preisgestaltung richtet sich in dieser Kategorie meist nach Seiten- oder Wortzahl statt nach einem Pauschalpreis, wobei Sprachkombination, Layout-Komplexität und gewünschte Lieferzeit den endgültigen Preis mitbestimmen. Wer gegen eine feste Bewerbungs- oder Anerkennungsfrist arbeitet, sollte frühzeitig nach einem Express-Service fragen, da eine Anerkennungsstelle wie die ZAB die Bearbeitung erst beginnt, wenn alle geforderten Übersetzungen vollständig vorliegen.
Kann die Hochschule ihr eigenes Zeugnis selbst ins Deutsche übersetzen?
Manche Institutionen bieten das an, doch die meisten Anerkennungsstellen bevorzugen oder verlangen weiterhin eine unabhängige, beglaubigte Übersetzung, weshalb sich eine Rückfrage bei der Empfängerstelle vor der Antragstellung lohnt.
Soll der Übersetzer meine Noten in eine deutsche Notenskala umrechnen?
Nein. Die Aufgabe des Übersetzers ist die originalgetreue Wiedergabe der Note und des Notensystems, gegebenenfalls mit erklärendem Vermerk. Die Umrechnung in ein deutsches Äquivalent übernimmt die Anerkennungsstelle, nicht der Übersetzer.
Wie lange dauert die Übersetzung von Zeugnis und Diplom?
Ein einzelnes Diplom lässt sich oft innerhalb von ein bis zwei Werktagen übersetzen, ein vollständiges mehrjähriges Zeugnis kann je nach Umfang und Layout einige Tage mehr benötigen.
Muss ich die Übersetzung erneuern, wenn ein weiteres Semester oder ein weiterer Abschluss hinzukommt?
In der Regel ja. Anerkennungsstellen verlangen meist die Übersetzung des vollständigen, aktuellen Bildungsnachweises statt einer Ergänzung, sodass ein neues Semester oder ein zusätzlicher Abschluss normalerweise eine eigene Übersetzung braucht.
Der Übersetzungsdienst von PoliLingua für akademische Dokumente folgt genau diesem Standard und liefert wörtliche, prüfungsfeste Übersetzungen von Zeugnis und Diplom, die vor Anabin, ZAB und Hochschule bestehen, ergänzt durch beglaubigte Übersetzungen für den Rest der Bewerbungsunterlagen.